Olympia 2012 – und (fast) keiner geht hin? Update 5.1

Am Rande des FINA-Weltcups in Tokyo erfuhr SCAS-Coach Tobias Gross, dass die FINA dem IOC bzw. dem Organisationskomitee zugesagt hat, nur 900 statt 1200 Athleten zu den Olympischen Spielen 2012 in London zuzulassen. Kommt es tatsächlich so, wird es eng mit der Verwirklichung des Traumes von Olympia für Schweizer Schwimmer und es braucht glasklare Selektionskriterien.

Update: Die Verkleinerung der Teilnehmerzahl ist laut Swiss Olympic Fakt. Die Selektionsgrundlagen des IOC und der FINA, auf deren Basis dann Schweizerische Selektionsbestimmungen erarbeitet werden können, liegen noch nicht vor und werden im Dezember erwartet. Auf der Website des Organisationskommitees London 2012 wird die Anzahl Schwimmer bei den olympischen Schwimmwettkämpfen 2012 sogar nur noch mit 850 angegeben.

Gemäss Carol Zaleski, FINA-Offizielle der USA, wurde beschlossen, dass man wie bei den Youth Olympic Games in Singapur das Total an SchwimmerInnen festlegt. Damit die Anzahl teilnehmender Nationen aber nicht abnimmt (da ist man ja immer besonders scharf drauf), bekommt jede Nation eine bestimmte Anzahl Quotenplätze (wahrscheinlich 1 + 1), für die man einfach die B-Limite schwimmen muss. Die restlichen Plätze werden dann (auch wie an den YOG) anhand einer Rangliste verteilt. Sprich: Erst alle A-Qualifizierten und dann (evtl. FINA-Punkten entsprechend?) alle B-Qualifizierten, sofern noch freie Plätze vorhanden. Eine geschwommene Limite hätte also keinen automatischen Startplatz in London zur Folge. Das ist äusserst brisant! Noch viel brisanter wird die Sache, wenn man in Betracht zieht, dass die USA ihre Trials wohl wieder erst einen Monat vor den Spielen abhalten werden. Somit müssten alle Athleten noch bis zu den US-Trials warten, um sich ihrer Quali sicher zu sein. Die ganze Angelegenheit scheint derzeit Inhalt hitziger Diskussionen zu sein.

Wie es mit Staffel-Qualifikationen aussieht, konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen. Klar ist, dass Staffelprojekte für Männer und Frauen, sollten sie eine Alternative sein, bereits anlaufen müssten.

Im Paralympischen Schwimmen sind die entsprechenden Richtlinien bereits veröffentlicht und beinhalten tatsächlich eine radikale Verkleinerung der Teilnehmerzahl auf insgesamt nur 600 Personen (360 Männer und 240 Frauen). Es gibt einen komplizierten Qualifikationsmodus, bei dem sich die Nationen bereits in dieser Saison für unpersönliche Quotenplätze qualifizieren müssen. Hier werden Verbandszielsetzungen und schweizerische Quali-Kriterien den neuen Gegebenheiten entsprechend verändert werden müssen.

Wir bleiben am Ball und ergänzen diesen Artikel, sobald wir Neuigkeiten dazu erfahren.

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